Über Ruth

 

Über Jahrzehnte war die in Tübingen geborene Künstlerin Ruth Eitle eine kreative Säule des Künstlerbundes. Sie war Galeristin im Foyer des Zimmertheaters (lange bevor die Kunsthalle auf die Landkarte des Kunstbetriebs trat), Bühnenbildnerin in eben diesem Theater und Mutter von drei Kindern.

Als sie 1989 während ihrer Retrospektive in der Tübinger Kunsthalle starb, hinterlässt sie ein künstlerisches Lebenswerk, das in seiner Vielfalt und Intensität einzigartig ist.

Immer dann berührt mich die Kunst am stärksten, wenn man dahinter einen Kampf spürt um die Existenz des Menschen zu Gott oder zu was?

L‘ art pour l‘ espoir, nicht l’art pour l’art und schon gar nicht l’art pour dollar„

Dunkel und einsam in ihren frühen Bildern, später dann heiter, hell und ironisch-humorvoll ist dieses Ringen immer spürbar. Im Mittelpunkt der Mensch als Paar, als Gesellschaft, als Masse, als Ich.

Aber auch in ihren zunächst abstrakt wirkenden Hinterglas-Collagen, in denen oft Gegenständliches aus ihrem direkten Umfeld, meist aus dem Haushalt, zu finden ist, spiegelt sich der Kampf um die Existenz als Künstlerin zwischen Kunst, Haushalt und Kindern, wenn auch hinter ästethischer Raffinesse versteckt, wieder.

Erst in ihren späten Bildern wendet sie sich von der figurativen Malerei ab. Es entstehen abstrakte Schichtungen inspiriert von textvertonenden Kompositionen Helmut Bornfelders, Gerhard Steiffs und Olivier Messiaens. (Pit Eitle, Mai 2014)

 

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